Körpersprache und Empathie: Beides geht Hand in Hand

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Wohin mit den Armen? Ist die Körperhaltung zugewandt? Setzen Sie Gestik und Mimik gezielt ein.


Was Dich in diesem Beitrag erwartet:
Warum ist der erste Eindruck bei Ihren Mitarbeitern so wichtig?
Kann die Körpersprache unsere Führungsqualitäten beeinflussen?

Dieser Blogbeitrag wurde am 16.07.2015 erstmals veröffentlicht und am 01.08.2019 überarbeitet.


Der erste Eindruck zählt – bei Deinen Kunden und Mitarbeitern

Der erste Eindruck ist der wichtigste. Beim Kennenlernen neuer Kandidaten und Mitarbeiter hast Du in Sekunden unbewusst ein Urteil gefällt. Wie entstehen unsere Eindrücke? In der Regel kommen folgende Eigenschaften und Ausdrucksformen eines Menschen zusammen:

  • Stimme
  • äußerliches Erscheinungsbild
  • Körpersprache 
  • Mimik
  • Wortwahl 

Zumindest unterbewusst nehmen wir wahr, wenn etwas davon nicht zusammenpasst (oder unserem persönlichen Geschmack nicht entspricht). Ein Beispiel: Stell Dir eine Situation im Vorstellungsgespräch vor. Der Kandidat erzählt Dir von seinen herausragenden Erfolgen. Dabei ist sein Gesichtsausdruck gelangweilt und seine Stimme klingt schläfrig. Das wirkt wenig authentisch, oder? Du wirst den Aussagen und der Person insgesamt gleich kritischer gegenüberstehen.

Wie beeinflusst uns Körpersprache?

Wir reagieren unterbewusst auf die Menschen und ihre Bewegungen, Mimik, Gestik und Stimmlagen. Die Gesamtheit dieser Eindrücke wird von uns verarbeitet und diese äußerlichen Wahrnehmungen beeinflussen uns. 

Als Beispiel: Du sitzt in einem Meeting und es wird diskutiert. Schon kleine Gesten können entscheidend sein, denn sie lösen bei unseren Gesprächspartnern Reaktionen und Gefühle aus. 

Schenke Deinen Mitarbeitern ein zustimmendes Lächeln – und die Gesamtstimmung wird sich heben. Genauso geht es in die andere Richtung: Ein kritischer Blick oder ein Kopfschütteln kann Unsicherheit und Frust auslösen. 

Versuche, auf die Signale zu achten, die Du gegenüber Deinen Mitarbeitern aussenden, denn sie werden aufgenommen und lösen Gefühle aus. Ob das bewusst oder unbewusst geschieht, spielt dabei keine Rolle. Je gezielter Du Deine Körpersprache und Mimik einsetzen, desto leichter wird es Dir fallen, eine Situation zu lenken. 

Wie kannst Du durch Körpersprache positiv auf Deine Mitarbeiter wirken?

Als Führungskraft solltest Du gut beobachten können. Das ist die beste Voraussetzung für eine offene Körpersprache.

Beobachte Deine Mitarbeiter und entwickel ein Gefühl für verschiedene körpersprachliche Äußerungen. Wie sieht jemand aus, der gestresst ist? Was sagt seine Mimik aus? Welche Merkmale sind typisch für Müdigkeit? Gibt es einen Unterschied zu Desinteresse?

Achte auf Veränderungen bei Gesprächen von Deinen Kollegen. Es werden Dir einige vergleichbare Muster auffallen. Wenn Du das schon am Schnürchen hast, kannst Du schnell feststellen, ob sich die Gefühlslage Deines Gegenübers geändert hat, und Du kannst gegensteuern oder verstärken.

Versuche bewusster wahrzunehmen, ob sich Dein Gesprächspartner wohlfühlt. Falls Du bei Deinem Gegenüber ein Unbehagen bemerkst, versetze Dich in seine oder ihre Situation. Gab es einen Auslöser für diese Reaktion? In einer Unterhaltung ändert sich das Verhalten des Zuhörers meistens nur, wenn er Signale an den anderen senden will. Als gute Führungskraft kannst Du diese Veränderungen lesen und darauf eingehen.

Wir haben uns die Frage gestellt, ob Verkaufsleiter ihre Empathie trainieren sollten und kamen zu der Überzeugung: „Ja, unbedingt!“ 

Die Qualität einer Führungskraft wird in den meisten Fällen daran gemessen, wie erfolgreich sie ihre Abteilung oder ihren Unternehmensbereich entwickelt. Bei Verkaufsleitern sind es normalerweise Marktanteile, Umsätze oder der Profit, an dem diese Manager gemessen werden. Neben Marktkenntnissen und entsprechender fachlicher Qualifikation entscheidet häufig die Mitarbeiterführung, ob Vertriebschefs die an sie gesetzten Erwartungen erfüllen können.

Über die Jahre hinweg erblickten die unterschiedlichsten Führungstechniken das Licht der wirtschaftsgetriebenen Welt. Manche stammen aus den Anfängen der Industrialisierung und genießen auch heute noch eine hohe Verbreitung. Andere wiederum stürmten nur wenige Jahre durch die Management-Literatur und verstummten schnell wieder. Egal, welche Methoden eine Führungskraft einsetzt, sie wird nicht darum herumkommen, die Gedanken und Emotionen ihrer Mitarbeiter stimmig einzuschätzen.

Alle exzellenten Führungskräfte beherrschen es vorzüglich, aus den Reaktionen ihrer Mitarbeiter die richtigen Schlüsse zu ziehen. Schließlich steckt hinter Empathie normalerweise nichts anderes, als nonverbale Signale treffend zu interpretieren. Obwohl manche Menschen darin ein natürliches Talent zu besitzen scheinen, die Emotionen, Gedanken und Motive ihrer Gesprächspartner zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren, verbirgt sich dahinter nichts anderes, als die Körpersprache richtig zu entschlüsseln. Somit ist Empathie durchaus eine Frage des Trainings. Ein Aufwand, der sich insbesondere für Führungskräfte lohnt.

Erst wenn Du Deine nonverbalen Fähigkeiten geschult hast, vermeidest Du es, Deine Mitarbeiter zu über- oder unterfordern. Du holst Dein Team immer an der richtigen Stelle ab und sorgst somit für eine produktive Grundhaltung innerhalb des Teams. Damit erzeugst Du eine höhere Leistungsbereitschaft und erhöhst zusätzlich die Loyalität der Mitarbeiter. Du verhinderst dadurch umsatzfressende Faktoren wie die „innere Kündigung“. 

Wie kommt es zu einer „inneren Kündigung“?

Es gibt viele Gründe, die bei Mitarbeitern zu einer „inneren Kündigung“ führen können. Meistens spielen verschiedene Punkte zusammen. Als Geschäftsführer solltest Du in der Lage sein, Unzufriedenheiten im Team zu spüren und konstruktiv darauf reagieren. Regelmäßige Teammeetings können beispielsweise schon viel helfen, Unzufriedenheiten auszubügeln. 

Wir haben für Dich ein paar der häufigsten Ursachen für mögliche „innere Kündigungen“ aufgelistet:

  • Unfreundlicher Umgang im Team und den Vorgesetzten, fehlende Wertschätzung.
  • Feedback wird weder im Team noch von den Vorgesetzten gegeben und Mitarbeiter werden im Unklaren über ihren Zielerreichungsgrad gelassen.
  • Hast Du neuen Mitarbeitern den Job mit Versprechungen schmackhaft gemacht? Hälst Du Dich an die gegebenen Versprechungen?
  • Mobbing unter den Kollegen.
  • Arbeitsplatzunsicherheit durch unbegleitete Reorganisationsprozesse (Change-Prozesse).
  • Die Tätigkeit im Unternehmen macht keinen Spaß und Mitarbeiter sind über- oder unterfordert.
  • (Zu) große Erwartungshaltung der Vorgesetzten.
  • Kein Spielraum für Lern- und Fehlerkultur oder innovative Ideen.

Deine Mitarbeiter können wegen dieser oder aus noch weiteren Ursachen mit Bauchschmerzen zur Arbeit kommen oder frustriert heimkommen. 

Vielleicht ist Dir als empathische Führungskraft bereits aufgefallen, dass diese Mitarbeiter weniger Leistung bringen. Nicht, weil sie das bewusst machen, sondern weil sie so unzufrieden sind, dass ihr Fokus auf negative Aspekte der Arbeit fällt. 

Mit empathischem Verhalten bekommst Du einen besseren Draht zu Deinen Mitarbeitern. Du wirst dadurch nämlich nicht mehr nur als Vorgesetzter wahrgenommen, sondern als eine Vertrauensperson, die Verständnis und ein offenes Ohr hat. Deine Mitarbeiter können sich an Dich wenden, wenn der Schuh drückt. Als Team könnt Ihr gemeinsam an einer Lösung für Probleme arbeiten.

Körpersprache und Empathie auf einen Blick

Empathie ist für Dich als Vorgesetzten essentiell. Diese Eigenschaft hilft Dir, weil...

  • ... Deine Mitarbeiter sich vertrauensvoll an Dich wenden, um Probleme zu lösen oder Bedenken zu äußern, mit denen sie alleine nicht mehr weiterkommen.
  • ... Du Dich dadurch ein genaueres Bild von Deine Mitarbeitern verschaffst.
  • ... Du Stärken und Schwächen des Teams besser erkennst und damit konstruktiv umgehen kannst.
  • ... Unzufriedenheiten vermeidest.

Gib Dir selbst die Zeit, das Konzept der Empathie zu verstehen und anzuwenden. Schaffe für Deine Mitarbeiter an angenehmes Arbeitsklima und habe ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Es wird den Zusammenhalt und die Zufriedenheit innerhalb des Teams stärken.

Körpersprache benutzen wir jeden Tag – eigentlich ständig: Wir gestikulieren, verändern unsere Mimik oder Körperhaltung und können dadurch Meinungen oder Gefühle besser ausdrücken. Es hilft uns andererseits dabei, unsere Gegenüber besser zu verstehen. 

Aus diesen Gründen solltest Du bewusster auf Deine eigene und auf die Körpersprache Deiner Mitarbeiter achten, weil...

  • ... Du bewusst oder unbewusst körpersprachliche Signale an Gesprächspartner sendest. Auf die Körpersprache folgt in der Regel eine Reaktion.
  • ... Du durch die Körpersprache und Mimik der Mitarbeiter ungeahnt viele Informationen erhalten kannst. Ist Dein Gegenüber abgeneigt oder verärgert? Zeigt Dein Gesprächspartner Interesse und ist bei der Sache? – Allein die Haltung eines Mitarbeiters verrät Dir viel.

Vielleicht bist Du privat eine lockere Persönlichkeit, was Du im Pausenraum oder bei Betriebsfeiern zeigen kannst. Aber sei jederzeit in geschäftlichen Angelegenheiten für Deine Mitarbeiter die perfekte Ansprechperson. Mit einem offenem Ohr, etwas mehr investierter Zeit und Zuwendung gegenüber den Mitarbeitern erhöhst Du ihre Zufriedenheit und hälst schließlich deren Wissen, Erfahrung und Kompetenzen im eigenen Unternehmen.

Von | 16. Jul 2015|

Team Agile Sales Company GmbH