Netzwerken im Unternehmen: Ein vergebenes Potential?

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Wozu ist das Netzwerken gut? Was sollte ich warum und wie dafür tun, was die anderen für mich?

Das erwartet Sie in diesem Beitrag:

Der Begriff „Networking“ taucht zunehmend im geschäftlichen Kontext auf. Es geht um die Idee, gezielt Kontakte zu knüpfen, um diese später für sich selbst, im beruflichen (und/oder privaten) Kontext zu nutzen. 

Sie erfahren in diesem Blogbeitrag, was Sie beim Anbahnen und Pflegen von Kontakten beachten sollten, welche Arten von Networking es gibt und wie Sie Ihr Netzwerk unternehmensintern und -extern gezielt nutzen können.

Im weiter gefassten Zusammenhang von Netzwerkaufbau und praktischer Nutzung von Netzwerken stellen wir Ihnen das bislang noch oft ungenutzte Potential von Wissensmanagement und Mentoring vor als eine nachhaltige Grundlage für internes Netzwerken.

 

Was ist Networking?

Eine abgegrenzte Anzahl von Akteuren und die Beziehungen zwischen ihnen werden als soziales Netzwerk bezeichnet. Dabei werden beispielsweise Organisationen, politische Gruppen und Individuen betrachtet, deren Beziehungen sich über Macht, Informationsaustausch oder emotionale Nähe spezifizieren.

Networking funktioniert über den Aufbau und die Pflege des eigenen Kontaktnetzwerkes. Das Ziel ist vor allem, Wissen auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und dadurch berufliche Vorteile zu erzielen. Gut zu vergleichen ist der Gedanke mit dem Prinzip der Freundesfreunde, da jedes Mitglied in einem Netzwerk neue Kontakte einbringt und sich damit das Beziehungsgeflecht erweitert.

Im Erarbeiten eines guten Netzwerks sollten ein paar Regeln beachtet werden. Wir empfehlen Ihnen, sich ein Ziel zu definieren. Machen Sie sich klar, was Sie sich von neuen Kontakten erhoffen und was Sie mit ihnen zusammen erreichen möchten. Folglich ist es bei der Auswahl neuer Kontakte im Netzwerk sinnvoll, vor allem solche Mitglieder aufzunehmen, deren Ziele, Branche oder berufliche Spezialisierung mit den eigenen übereinstimmen. 

Idealerweise hat diese Person ähnliche Karriereziele und -pläne wie man selbst. So kann man sehr gut gegenseitig voneinander profitieren. Oder Ihr Netzwerkkontakt hat bereits erreicht, was Sie selbst einmal erreichen möchten.

Für einen gelungenen Beziehungsaufbau zu einem neuen Mitglied wäre es unglücklich, direkt mit der Tür ins Haus zu fallen und etwas einzufordern. „Geben statt Nehmen“ ist der elegantere Einstieg. Passende Themen wären, sich über den Beruf zu unterhalten sowie weitere Gemeinsamkeiten (etwa gemeinsame Kontakte, aus welchem Grund man aufmerksam geworden ist etc.) zu finden. 

 

Konkrete Themen mit Netzwerkkontakten können sein: 

  • Austausch über gute Arbeitgeber
  • Empfehlenswerte Weiterbildungen
  • Tipps für interne Bewerbungen
  • Interessante Veranstaltungstipps wie Seminare, Barcamps oder Meet-ups.

Anschließend kann man in einen Wissensaustausch eintreten – aber möglichst, ohne zunächst eine Gegenleistung zu erwarten. 

Damit eine neue Beziehung nicht gleich im Sande verläuft, ist es ratsam, den neuen Kontakt aktiv zu pflegen, zum Beispiel durch regelmäßigen Austausch über verschiedene Social Media-Kanäle oder auch durch persönliche Treffen, etwa bei Kongressen, oder einfach auf einen Kaffee.

Ganz wichtig: Bitte machen Sie sich klar, dass eine Person, die dieselben Ziele verfolgt, keine potentielle Konkurrenz ist, sondern eine Inspirationsquelle. Konkurrenzdenken ist übrigens das Gegenteil von Networking. 

Gegenseitiger Austausch und Unterstützung ist das Ziel für Netzwerkmitglieder mit ähnlichen Hintergründen, Zielen und Problemen. Sie können mit ihrer Erfahrung und Lösungsansätzen beispielsweise bei den eigenen Problemen weiterhelfen und verhindern, dass man nicht die gleichen Fehler begeht.

Das Netz beruflicher Kontakte funktioniert gut im Zweierteam oder als Netzwerk-Gruppe. Die sollte so überschaubar sein, dass der Austausch noch gut stattfinden kann und regelmäßige Treffen ohne großen Aufwand zu organisieren sind. 

 

Unser Extra-Tipp:

Wir empfehlen Ihnen, in Ihrer Netzwerkgruppe, ein Gentlemen’s Agreement zu vereinbaren, so dass alles, was darin ausgetauscht wird, sicher in der Gruppe bleibt. Dadurch fällt es den Mitgliedern leichter, offen über Arbeitgeber, Karriere-Erfahrungen, empfehlenswerte Weiterbildungen, wichtige Foren und Kongresse, womöglich sogar über Gehaltsverhandlungen und Schwierigkeiten zu sprechen. 

 

Mit einer solchen Übereinkunft schaffen Sie einen geschützten Rahmen, in dem alles vertraulich behandelt und besprochen wird und vertraulich bleibt.

 

„Mission Netzwerkaufbau“ – firmenintern und auf externen Netzwerkveranstaltungen erfolgreich

Um eine gute Netzwerkbeziehung aufzubauen, zählt, wie überall, der erste Eindruck. Wir haben ein paar Einsteigertipps für das erste Gespräch und hilfreiche Verhaltensweisen, beispielsweise auf Netzwerk-Veranstaltungen:

  • Halten Sie Blickkontakt: Abschweifende Blicke können desinteressiert oder unsicher wirken. 
  • Gerne mal lächeln! Das macht Sie sympathisch und erleichtert einen freundlichen Gesprächseinstieg.
  • Sitzen Sie gemütlich? Okay, aber eine aufrechte, leicht vorgelehnte Körperhaltung anstelle von „entspanntem Lümmeln“ kann mehr Interesse signalisieren. 
  • Ein spontanes (wenn aufrichtig gemeintes) Kompliment kann ein „Eisbrecher“ sein. 
  • Falls umgekehrt Sie ein Kompliment erhalten, zeichnen Sie sich durch Ihren Charme aus, wenn Sie es freundlich erwidern.
  • Um Distanz abzubauen, kann man die Körpersprache des Gegenübers nachahmen, das unterstreicht die harmonische Gesprächssituation und wirkt vertrauenerweckend.

Wenn Sie auf einer Netzwerkveranstaltung gerade erst ankommen und sich erst noch einen Überblick verschaffen, hilft es, wenn Sie fokussiert wirken, statt „planlos umherzuschweifen“: Sie sind ja in der Öffentlichkeit unterwegs und werden wahrgenommen.

Sicherlich haben Sie konkrete Ziele, mit wem Sie sprechen möchten, wenn Sie eine Netzwerkveranstaltung besuchen. Informieren Sie sich im Vorfeld über Ihre Wunsch-Gesprächspartner. Vielleicht kann man sogar im Voraus einen Termin ausmachen. Das erleichtert den Gesprächseinstieg und kann helfen, den Gesprächsverlauf etwas zu planen oder besser einzuordnen. 

Falls eine Vorabinformation nicht oder nicht im erforderlichen Maße möglich ist, können Einstiegsfragen nützlich sein: Fragen Sie Ihre Kontaktperson beispielsweise nach dem (Ausbildungs-)Beruf, nach Inspirationen, nach Lektüre oder nach der Meinung zu einem Vortrag, den man zuvor besucht hat. 

Das Ansprechen von unbekannten Personen fällt ungleich leicht oder schwer. Stellen Sie nur sicher, dass Sie den Mut aufbringen, überhaupt jemanden anzusprechen und zumindest ein Gespräch zu führen.

Der Elevator Pitch: Das wichtigste über sich selbst in wenigen Sekunden sagen können

Für die Vorstellung der eigenen Person ist eine gute Vorbereitung elementar. Haben Sie zumindest Visitenkarten dabei, eine kurze Vita – oder idealerweise sogar einen eigenen „Elevator Pitch“ parat? Die Idee dahinter ist: Angenommen, man trifft eine wichtige Person. Wie kann man diese beispielsweise von der Einzigartigkeit einer eigenen Idee in der Kürze einer Aufzugfahrt so überzeugen, dass das Gespräch womöglich gleich oder an einem weiteren Termin weitergeführt wird? 

Für Ihre persönliche Entwicklung zum Networking-Profi können Sie beim Elevator Pitch gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Sie wecken (hoffentlich) Neugier für Ihr Anliegen
  • Es ist eine „disziplinarische“ Aufgabe: Sie sind quasi „gezwungen“, den Nutzen Ihrer Idee für die Zielgruppe herauszuarbeiten
  • Sie kommen auf den Punkt: Es wird wenig Zeit für die Erstellung der Botschaft verwendet. Das kommt meist sehr gut an
  • Sie trainieren, Ihre Ideen vorzustellen und von den Reaktionen darauf zu lernen
  • Sie können anschließend Unterstützung erbitten
  • ... und schließlich Entscheidungen vorbereiten

Von Ihrem Elevator Pitch sollten Sie unterschiedliche Versionen zur Verfügung haben, je nachdem, auf wen Ihre Rede ausgerichtet ist und worauf Sie genau abzielen.

So gut präpariert zu sein, kann auch im eigenen Unternehmen hilfreich sein für die Erweiterung eines eigenen Netzwerks.

 

Arten der Netzwerke im Unternehmen

Bei den vielen unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Zielsetzungen in einem Unternehmen schafft die Benennung und Abgrenzung verschiedener Arten von Netzwerken Orientierung. 

Status-Netzwerke: Die Mitglieder dieser Netzwerke gehören alle einer bestimmten Stufe in der Unternehmenshierarchie an. Diese Netzwerke sind sowohl für Berufseinsteiger nützlich, denen sie Halt bietet, und sowohl das Kennenlernen Gleichgesinnter erleichtert, als auch für Mitarbeiter auf höheren Hierarchieebenen. Letzteren dienen die Netzwerke für den kollegialen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe. Diese Netzwerke funktionieren gut, weil sich Mitarbeiter auf einer Stufe oft mit ähnlichen Themen beschäftigen. Es entsteht dann ein abteilungsübergreifender Austausch, der auch in schwierigen Situationen, außerhalb des offiziellen Dienstweges, den Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter und das Einholen von Tipps ermöglicht.

Potentialträger-Netzwerke: Hier treffen sich Mitarbeiter mit besonders hohem Potential. Das Ziel ist es, dass sich die einzelnen Mitglieder selbst fachlich und persönlich weiterentwickeln sowie auch das Unternehmen weiterbringen. Dieses Netzwerk ist unabhängig von sämtlichen Hierarchien im Unternehmen und von der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen. 

Die Mitglieder dieser Gruppe sind besonders motiviert und denken oft unternehmerisch, lösungsorientiert und haben ein ausgeprägtes Interesse daran, ihr Potential verstärkt mit Gleichgesinnten auszuschöpfen. Aufgrund dieser differenzierten Perspektiven und ungewöhnliche Lösungsansätze können diese Netzwerke (wenn sie gut organisiert sind) besonders schnell zu Innovationen im Unternehmen führen.

Internationale Netzwerke: Mitarbeiter von international verzweigten Firmen werden unabhängig von ihren Aufgaben- oder Verantwortungsbereichen verbunden. So können landesspezifisches Wissen, Erfahrungen und Schwierigkeiten zwischen den Organisationen unbürokratisch ausgetauscht werden. Das erweitert außerdem den Horizont und die interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeiter. Womöglich kann sogar ein Austausch von Mitarbeitern verschiedener Länder kann über dieses Netzwerk gefördert werden.

Soziale Netzwerke: Unter diesen Netzwerken versteht man den Zusammenschluss bestimmter sozialer Gruppen in Organisationen. Sie haben das Ziel, die Mitarbeiter im Inneren zu verbinden, während nach außen die Vielfalt des Unternehmens ausgestrahlt wird. Hier kommen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Zielen und unterschiedlicher Herkunft zusammen. Dadurch entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, welches die Mitglieder vereint und wiederum stärkt.

Hobby- und Sport-Netzwerke: (Berufs-) Netzwerke dürfen auch mal in der Freizeit stattfinden. Sie bieten eine gute Möglichkeit, die Kollegen außerhalb des Unternehmens im informellen Rahmen kennenzulernen. Beispielsweise in einer Betriebssportgruppe können neue Seiten der anderen entdeckt werden, die man vorher nicht kannte. Am besten eignen sich Mannschaftssportarten dafür, Mitarbeiter, die sich noch nicht gut kennen, zusammenzuführen.

Alumni-Netzwerke: In der Regel verlieren sich die Mitarbeiter und das Unternehmen nach einer Kündigung aus den Augen. Im Alumni-Netzwerk versucht das Unternehmen explizit, mit (besonders guten) ehemaligen Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben. Das kann dazu führen und dienen, dass der ehemalige Mitarbeiter wieder ins Unternehmen zurückkehrt und dabei das Wissen, welches er in einem anderen Unternehmen erworben hat, mitbringt. Eine Win-win-Situation für Alumni und Arbeitgeber.

 

Firmeninterne Netzwerke, Mentoring und Wissenstransfer

Lernt man Menschen kennen, die beruflich schon dort angekommen sind, wo man selbst noch hinwill, können diese als Mentoren wirken. Man kann von ihnen viel lernen – und unter Umständen sogar deren Nachfolger werden, wenn sie beispielsweise in Ruhestand gehen. 

Langjährige Mitarbeiter als Mentoren sind mit ihrem großen Erfahrungsschatz und viel Insiderwissen sehr wertvolle Netzwerkpartner.

Sie können viel gefragt werden – zunächst vielleicht, was sie an ihrem Job besonders mögen, welche Herausforderungen es gab und gibt und welche Schlüsselfähigkeiten unabdingbar sind, bevor es im fachlichen Gespräch in die Tiefe geht.

Diese Vernetzung von Mitarbeitern kann also durchaus innerhalb eines Unternehmens erfolgreich sein. Idealerweise sollte dies außerhalb der offiziellen Strukturen im Hierarchiegefüge geschehen. Netzwerke können im Unternehmen zu wichtigen Innovationstreibern werden. Wichtige Voraussetzungen, die dazu nötig sind, sind eine passende Unternehmenskultur, eine fördernde Haltung des Managements und ein Unternehmen, das einen passenden Rahmen für das professionelle Netzwerken unter Kollegen zur Verfügung stellt.

Die Entstehung eines internen Netzwerkes sollte durch das Management gefördert werden. Dies zeigt den Mitgliedern, dass ihre Bemühungen und ihr Engagement geschätzt werden, und das dem Unternehmen das Networking oder auch Monitoring – und somit eine Lernkultur – wichtig sind.

Nichtsdestotrotz sollen Netzwerke auf Freiwilligkeit beruhen. Natürlich bleibt es der gewünschten Kontaktperson selbst überlassen, ob sie Mitglied eines Netzwerks werden möchte oder nicht. Sind die Voraussetzungen durch das Unternehmen gegeben, ist im Umkehrschluss jedes Mitglied selbst dafür verantwortlich, sich aktiv am Netzwerk zu beteiligen.

Ein starker Zusammenhalt eines Netzwerkes sichert eine Vertrauensbasis und offenen Austausch: Durch gegenseitiges Vertrauen werden die Mitglieder dazu ermutigt, auch ausgefallene Ideen oder Bedenken frei zu äußern. Netzwerke sollten sich in einem offenen und unkomplizierten Kommunikationsrahmen mit wertschätzenden Umgangsformen entwickeln.

 

Mentoring im Unternehmen

Mentoring ist sehr gut geeignet und wird häufig dafür eingesetzt, vor allem jüngere und neuere Mitarbeiter durch bestehende Mitarbeiter bei der Integration zu unterstützen oder sie etwa darauf vorzubereiten, in verantwortungsvollen Positionen im Unternehmen zu agieren. Dafür bieten sich unterschiedliche Formen des Mentoring an.

Es geht auch mal „andersrum“ als dass der „Frischling“ vom „alten Hasen“ lernt: Im Reverse Mentoring lernt der Senior vom Junior. Ein praktikables Beispiel dafür sind die „Digital Natives“, die der älteren Generation bei Themen der Digitalisierung unterstützten. 

Auch das Peer-to-Peer-Mentoring ist beliebt, um ein Mentoring unter Gleichgestellten zu ermöglichen. 

Im Gruppenmentoring wird, im Gegensatz zu „paarweisem“ Mentoring, eine kleine Gruppe Mentees von einem Mentor betreut. 

Unter Cross-Mentoring versteht man ein Mentoring, bei dem die Mentoren und die Mentees aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen kommen.

Erstaunlicherweise wird das Mentoring bisher noch nicht sehr oft praktiziert. Nach Erhebungen der Society for Human Resources Management nutzen nur 17 Prozent der US-amerikanischen Unternehmen diese Methode. Dabei ist es erwiesen, dass der Lerneffekt bei einer eins-zu-eins-Vermittlung wesentlich höher ist, als bei einer Gruppe.

Wenn Sie überlegen, ein Mentoring in Ihrem Unternehmen zu starten, haben Sie vielleicht Bedenken wegen der „unproduktiv“ verbrachten Arbeitszeit. Aber vielleicht hilft Ihnen ein weiteres Argument bei der Entscheidung: Eine Mentorentätigkeit hilft nicht nur dem Mentee, sondern auch dem Mentor: Sie bringt den Mentor persönlich und beruflich in seiner Entwicklung auf „anderen“ Gebieten weiter durch Reflexion, Austausch und Erweiterung des Blickes auf die jeweilige Situation. Der Mentor lernt neue Menschen im Unternehmen kennen und erfährt viel Neues. Auch der Mentor vergrößert dabei sein Netzwerk.

Durch Mentoring wird ein Unternehmen stabiler, dynamischer und produktiver. Der Nachwuchs wird zielsicherer, verankert sich schneller im Unternehmen und kann besser mit schwierigen Situationen umgehen. Das wirkt positiv auf die Unternehmenskultur.

Für die Rolle als Mentor sind allerdings nicht alle Personen im Unternehmen gleichermaßen geeignet. Sie sollten bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften haben; zum Beispiel mit anderen kooperieren zu wollen und den Nachwuchs dadurch zu fördern. Zudem sollten sie die Motivation haben, selbst weiter zu lernen und neue Perspektiven zu entdecken, aber auch eine stärkere Vernetzung für die eigene persönliche und berufliche Weiterentwicklung zu nutzen. Dem Mentor sollte ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass er durch diese Tätigkeit einen positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg beisteuert.

 

Ein Hinweis in Sachen Fingerspitzengefühl beim Networking und Networking: 

Auch wenn es um gegenseitige Unterstützung geht: Es ist sicherlich gut gemeint, aber Ratschläge sollten Sie nur erteilen, wenn explizit danach gefragt wird. „Ratschläge sind auch Schläge.“ 

Planvolles Wissensmanagement: Das Wissen der Mitarbeiter ist im Unternehmen haltbar.

Was ist, wenn Sie den Personalbereich in einem tipptopp aufgestellten Unternehmen leiten, mit sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern, wovon einige auf einmal abwandern? Die Gründe können unterschiedlich sein: Ein neuer Konkurrent bietet bessere Arbeitskonditionen oder intern läuft etwas schief und Ihre besten Leute kündigen – oder es steht ein Generationswechsel bevor.

Wie kann ein Unternehmen sich organisieren und etwa Plattformen und Rahmenbedingungen schaffen, damit das individuelle Wissen und die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter systematisch genutzt werden? „Wissensmanagement ist die methodische Einflussnahme auf die Wissensbasis eines Unternehmens oder eines Individuums“ (Quelle: Wikipedia). Wissen sollte zu einem entscheidenden Gut im Unternehmen gemacht werden. 

Wichtig hierfür ist zum Beispiel ein Informationssystem, über das sich die Mitarbeiter untereinander austauschen können. Beim Wissensmanagement soll ein System erstellt werden, mit dem die Identifikation, Aufbereitung, Implementierung, Zugang und Anwendung von Wissen erleichtert wird. Dies wird durch die zunehmende digitale Vernetzung deutlich erleichtert. Wie das konkret aussehen kann, sehen Sie in den folgenden Beispielen. 

 

Beispiele von Netzwerken in Unternehmen

FordGLOBE: Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk aus schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgender-Mitarbeitern des Ford-Konzerns. Sie haben es sich zur Mission gemacht, eine verständnisvolle einschließende Atmosphäre für LGBTQ zu erschaffen. Sie wollen eine Kultur hervorrufen, die eine sichere, einschließende und unterstützende Umwelt erschafft, in der jeder in seiner Diversität geschätzt wird und jeder dazu befähigt sein soll, authentisch zu sein und keine Angst haben zu müssen.

Walmart: Der Konzern nutzt Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, um Lösungen für Probleme wie die Implementierung nachhaltiger Arbeitsweisen im Unternehmen zu finden. Hierdurch entstehen kreative Ideen für das Problem von Abfall und Verpackungen und der Verringerung der Treibhausgase. Walmart nutzt bereits erneuerbare Energien in vielen Niederlassungen und hat den Abfall mittels neuer Verpackungstechniken signifikant reduziert.

Apple: Als Apple das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, war dieses Smartphone etwas komplett Neues und noch nie Dagewesenes. Dadurch hat das Unternehmen das Vertrauen vieler Nutzer erlangt und damit eine großes Werte-Netzwerk aufgestellt.

Cisco: Das Unternehmen hatte Probleme mit schlechter PR und hat deshalb ein Werte-Netzwerk aufgebaut, indem sie den Mitarbeitern und Abteilungsleitern mehr Verantwortung und Befugnisse gegeben haben. Dadurch wurden viele Beschwerden der Nutzer schnell und effizient aus dem Weg geräumt.

Sony: Das Unternehmen hat ein Werte-Netzwerk aufgebaut, indem sie eine ‚one-stop‘-Gaming Erfahrung für ihre Nutzer herausgebracht haben. Das Netzwerk hat jedoch stark gelitten durch einen Hacker-Angriff, bei dem viele sensible Daten der Nutzer gestohlen wurden.

 

Fazit:

Durch Wissensmanagement und Networking erschließen sich einem Unternehmen viele, bisher kaum genutzte Chancen und Potentiale. Von diesen Chancen profitieren nicht nur Unternehmen, sondern auch die Mitarbeiter: Sie entwickeln sich durch Networking beruflich und persönlich weiter und fühlen sich wertgeschätzt. Mitarbeiterzufriedenheit erhöht die Produktivität.

Richtig angewendet kann Networking sogar in kurzer Zeit Innovationen hervorbringen und dem Unternehmen einen bedeutenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz bieten. Auch das Potential von Monitoring und Wissensmanagement wird von Unternehmen bisher noch zu selten anerkannt und genutzt. Die vielfältigen Facetten von Netzwerken bieten eine Vielfalt von Möglichkeiten der Zukunftssicherung von Unternehmen.



Von | 16. Jul 2019|

Team Agile Sales Company GmbH